Geschichte des Fördervereins „Freundeskreis Friedensau“ International e.V.

Der Förderverein Freundeskreis Friedensau wurde vor gut 20 Jahren, am 18. November 1990, gegründet. Dabei waren die Ereignisse, die zur Gründung des Fördervereins führten, eng verknüpft mit der Hochschulanerkennung durch die letzte DDR-Regierung im September und die Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990. Als sich im Frühjahr 1990 nach der ersten freien Volkskammerwahl abzeichnete, dass Deutschland über kurz oder lang einer Wiedervereinigung entgegengehen würde, stattete der Vorstand der Euro-Afrika-Division der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Friedensau einen Besuch ab. Nach einem Rundgang durch den Ort schien seine Begeisterung für Friedensau als Ausbildungsstätte gering; der Infrastruktur-Investitionsstau war einfach zu groß.

Doch mit der überraschenden Möglichkeit – die von der CDU (Ost) in Aussicht gestellt wurde –, kirchliche Ausbildungsstätten könnten staatliche Anerkennung beantragen, entstand eine völlig neue Perspektive. Auch wenn die Konsequenzen, die mit diesem Schritt möglich waren, damals niemand ahnte, begann die Leitung des Theologischen Seminars Friedensau sofort mit den erforderlichen Verhandlungen mit den verschiedenen Behörden und reichte Mitte Juni 1990 mit dem Antrag auf staatliche Anerkennung eine umfangreiche Dokumentation beim Ministerium für Hochschulwesen in Berlin ein.

Nach eingehender Prüfung erhielt das Seminar Friedensau im September 1990, also zwei Wochen vor der Wiedervereinigung, vom Ministerrat der DDR die staatliche Anerkennung als Hochschule, die kurz darauf auch von der Landesregierung in Magdeburg bestätigt wurde. Damit befand sich in Friedensau die erste staatlich anerkannte adventistische Hochschule in Europa – eine einzigartige Fügung Gottes.

Parallel zu dieser Entwicklung des Jahres 1990 beschloss das Friedensauer Lehrerkollegium bereits im April desselben Jahres die Gründung eines Fördervereins und machte dieses Vorhaben im Juni 1990 in verschiedenen Briefen bekannt. Nachdem im September die Gründung rechtlich vorbereitet worden war, stand im Oktober 1990 fest: Der Gründungstag des Fördervereins sollte am 18. November sein – an dem Tag, an dem Friedensau als Schule und Ort gegründet wurde. Im Anschluss an die Feierstunde und Gründungsversammlung trugen sich 23 Personen als Gründungsmitglieder ein. Durch die notarielle Beurkundung am 17. Dezember 1990 wurde der Verein rechtskräftig. Als am 17. April 1991 auch von der EuroAfrika-Division beschlossen wurde, Friedensau zu erhalten, die Institution weiter als Theologische Hochschule auszubauen und die dafür notwendigen Mittel zu bewilligen, ging schließlich ein Traum in Erfüllung.

Seit seiner Geburtsstunde ging es dem Förderverein nicht zuerst um die Aufbringung von finanziellen Mitteln, sondern darum, für den weiteren Erhalt Friedensaus zu beten, an die Bedeutung Friedensaus in der Vergangenheit zu erinnern und neue Freunde Friedensaus zu gewinnen. Dennoch konnten in den ersten 20 Jahren Beiträge, Spenden und Kapitalerträge von über € 1,6 Millionen umgesetzt werden. An Stipendien und Unterstützungen für Studenten wurden über € 800.000 gewährt, in Projekte der Hochschule flossen mehr als € 500.000.

Im Rückblick auf die Anfänge des Fördervereins und die vergangenen 20 Jahre sei es gestattet, das Wort aus Psalm 139,5.6 als Bekenntnis auf Friedensau zu übertragen:

„Von allen Seiten umgibst du Friedensau
und hältst deine Hand über diesen Ort.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.“

Nach Berichten von
Dr. Manfred Böttcher (November 2010) und
Dr. Bernhard Oestreich (März 2011)

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